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Zehn
 | Zehn Erzählungen
von Andrej Longo Übersetzt von Constanze Neumann 153 Seiten; 217 mm x 128 mm 2010 Eichborn ISBN 978-3-8218-6112-8
| 18.50 EUR (inkl. USt.) | | | Versand- oder abholbereit innerhalb 48 Stunden |
| Langtext Jede Geschichte ein Schlag in den Magen. Jede Geschichte ein Stück Neapel. Jede Geschichte eine literarische Sensation Andrej Longos brillante, wuchtige Erzählungen handeln von den Menschen der schönsten Stadt der Welt -und dem Griff der Camorra, der sie umklammert.Zehn Geschichten sind es, jede ist ironisch überschrieben mit einem der Zehn Gebote. Sie spielen in den Gassen Neapels, vor schmuddeligen Diskotheken, in engen Behausungen, und sie verwandeln menschliches Scheitern in große Literatur. Schnörkellos und schlaglichtartig, in authentischer und zugleich poetischer Sprache erzählt Longo von den Mechanismen, die Neapel regieren, von der Krankheit, die diese Stadt befallen hat -und von Menschen, die Gott und die Hoffnung längst verloren haben. Der Teenager, der aus Spaß einen alten Mann niedersticht. Der Vater, der weiß, dass die Camorristi ihn töten werden, aber dennoch mit seinem Sohn einen Vergnügungspark besucht. Der Sänger, der vor Mafiabossen auftritt und einen Pakt mit dem Teufel schließt.
Biografische Anmerkung zu den Verfassern Andrej Longo wuchs in Neapel auf und arbeitete dort viele Jahre als Pizzabäcker. Heute ist er erfolgreicher Drehbuchautor in Rom, doch sein Lebensthema bleibt Neapel. "Zehn" ist sein erstes ins Deutsche übersetzte Buch. Sein aktueller Roman "Sarahs Mörder" ist in Italien bereits ein Bestseller. Gewinner des Premio Vittorini 2008, Premio Bagutta 2008, Premio Bergamo 2008, Premio Cala di Volpe 2008 und Premio Chiara 2008. Nominiert für den Premio Comisso, Premio Alassio und Premio Bancarella.
Besprechung Zehn erinnert an eine Schwarz-Weiss-Fotografie: harte Konturen, scharfe Kontraste. Ein gleissender Realismus(Maike Albath, NZZ, 22. September 2010)
Textauszug Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben Vanessa ist total hübsch. Mit schwarzen Nylons und ihrem Leder-Mini sieht sie aus wie ne richtige Frau. Wenn sie mit Lidstrich und High Heels loszieht, dreht sich jeder nach ihr um, obwohl sie erst vierzehn ist und kichert wie ein kleines Mädchen. Ich sag s ihr immer:"Vanè, du siehst irre aus!""Bist wohl eifersüchtig", sagt sie dann. Klar bin ich eifersüchtig. Ist doch normal. Aber das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass sie zu auffällig ist, dass sie von Tag zu Tag schöner wird, und irgendwann passiert was, irgendwas, aber ich sag lieber nichts, sonst merkt sie, dass ich mir Sorgen mache. Papilù, sei bloß vorsichtig. Papilù, sieh zu, dass du keinen Ärger machst. Um Himmels willen, Papilù, halt dich raus. Das lohnt sich doch nicht, Papilù, bist doch n anständiger Junge. Wenn ich mich so umschaue, hab ich das Gefühl, dass ich ziemlich verantwortungsbewusst bin. Ich will nicht enden wie mein Vater, der jedes Mal wieder für drei Monate nach Poggireale wandert, kaum dass er einen Monat draußen ist.Ich geh zur Schule, bediene nachmittags in einer Bar und versuche, in nichts reinzugeraten, vor allem nicht mit den Typen von Giggino Mezzanotte, der hier im Viertel das Sagen hat und den sie Mezzanotte nennen, weil er das Nachtleben liebt. Giggino Mezzanotte verehren sie wie einen Gott, kein Wunder, alle profitieren irgendwie von ihm: indem sie dealen, den Stoff verstecken, gefälschtes Markenzeug verkaufen, auf Baustellen oder in Putzkolonnen schuften. Wenn sich s vermeiden lässt, will ich Giggino Mezzanotte nie im Leben um was bitten, denn einmal drin, bist du geliefert und hast keine Kontrolle mehr über dein Leben. Er entscheidet für dich, er sagt dir, was du tun darfst und was nicht, und wenn
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