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Die Durchschnittsfalle

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Markus Hengstschläger

 

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Von Menschen und anderen Tieren
Von Menschen und anderen Tieren
Abschied vom Humanismus

von John Gray
245 Seiten; 211 mm x 134 mm
2010 Klett-cotta; Granta Books
ISBN 978-3-608-94610-9

20.60 EUR (inkl. USt.) 
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Kurztext / Annotation
In John Grays bisher provokativstem Buch rechnet er schonungslos mit dem Humanismus ab. Der Mensch ist für ihn Homo rapiens geblieben, ein verblendeter Ausbeuter der Natur und seiner eigenen Gattung. Es ist Zeit, den Humanismus zu verwerfen, der die Natur und uns selbst zu Tode "kultiviert".

Langtext
Der Humanismus ist die Ersatzreligion der Moderne, der es sich auf die Fahnen schreibt, alle Menschen zu emanzipieren. Aber wovon und warum eigentlich? Von ihrer Natur, zweibeinige hoch entwickelte Säugetiere zu sein? Diesen Humanismus, im Bann des unendlichen wirtschaftlichen wie kulturellen Fortschritts verwirft John Gray als gefährliche, lebensbedrohende Ideologie und verabschiedet ihn. In "Menschen und andere Tiere", das John Gray auf der ganzen Welt zu einem der wichtigsten Ideologiekritiker unserer Zeit gemacht hat, stellt er ein für alle Mal klar: Der Anspruch der Menschen auf eine Sonderstellung in der Natur, seine grenzenlose Selbstverherrlichung, führt unsere Welt und mit ihr die Menschen selbst in den Untergang.Himmel und Erde sind nicht gütig. Ihnen sind die Menschen wie stroherne Opferhunde. Laotse (Als Erläuterung des englischen Originaltitels "Straw Dogs" - Strohhunde)

Biografische Anmerkung zu den Verfassern
John Gray, geboren 1948, ist Professor für Europäische Ideengeschichte an der London School of Economics. Durch zahlreiche Sendungen für die BBC wurde er weltweit bekannt, wie auch als Autor.

Textauszug
"'Von Menschen und anderen Tieren' ist ein Angriff auf die unreflektierten Überzeugungen reflektierter Zeitgenossen. Der liberale Humanismus verfügt heute über eine so weitreichende Macht wie einst die Offenbarungsreligionen. Humanisten bilden sich gern ein, ihre Sicht der Welt sei rational. Doch ihre Grundüberzeugung, die Geschichte der Menschheit sei eine Fortschrittsgeschichte, beruht auf einem Aberglauben und ist weiter von der Wahrheit entfernt als jede Religion. Der Fortschritt ist, sofern es nicht um Naturwissenschaft geht, eben nur ein Mythos - eine These, die einige Leser dieses Buchs in ihrem ethischen Empfinden zutiefst verstört zu haben scheint. Sie ertragen es nicht, dass jemand das zentrale Credo liberaler Gesellschaften in Frage stellt. Denn werden wir nicht völlig verzweifeln, wenn wir diese Ideen aufgeben? Ähnlich wie die Viktorianer, denen es davor graute, dass sie den Glauben an Gott verlieren könnten, klammern sich die Humanisten ängstlich an die Fahne der Hoffnung auf den Menschheitsfortschritt, obgleich diese Fahne schon längst von Motten zerfressen ist. Viel freier in ihrem Denken sind heutzutage religiöse Menschen. Weil sie in einer Kultur, in der die Wissenschaft den Platz als absolute Autorität der Erkenntnis beansprucht, an den Rand gedrängt wurden, waren sie gezwungen, die Fähigkeit des Zweifelns zu kultivieren. Säkulare Gläubige dagegen stehen, gefangen in den Denkkonventionen ihrer Epoche, im Bann unhinterfragter Dogmen. Die herrschende säkulare Weltanschauung ist ein Potpourri aus Wissenschaftsdogmen, die heutzutage Gültigkeit beanspruchen, und frommen Hoffnungen. Charles Darwin hat gezeigt, dass wir Tiere sind. Dennoch predigen die Humanisten unermüdlich, dass es 'an uns selbst ist', wie wir leben. Im Gegensatz zu den Tieren seien wir frei, unser Leben nach unserem Ermessen selbst zu gestalten. Die Vorstellung des freien Willens geht freilich nicht auf die Naturwissenschaft, sondern auf die Religion zurück - und zwar nicht auf irgendeine Religion, sondern auf die christliche, gegen deren Einfluss die Humanisten wie besessen ankämpfen.In der Antike stellten die Epikureer Vermutungen an, das Weltgeschehen laufe möglicherweise nicht nur in deterministischen Ursache-Wirkungs-Ketten ab, so dass Raum für Willensfreiheit bleibe. Der Glaube jedoch, der Mensch hebe sich dadurch, dass er einen freien Willen habe, von allen anderen Tieren ab, ist ein Erbe des Christentums. Darwins Theorie hätte, wenn sie sich im hinduistischen Indien, im taoistischen China oder im animistischen Afrika entwickelt hätte, keine vergleichbare Hysterie ausgelöst. Außerdem bieten nur in postchristlichen Kulturen Philosophen ihren ganzen Scharfsinn auf, um den naturwissenschaftlichen Determinismus in Einklang zu bringen mit dem Glauben an ein einzigartiges Vermögen des Menschen, sein Leben selbst zu gestalten. Die Ironie der missionarischen Variante des Darwinismus liegt darin, dass sie ein Menschenbild, das religiöse Wurzeln hat, mit Hilfe der Naturwissenschaft stützen will.Manche lesen den folgenden Essay als einen Versuch, darwinistische Prinzipien auf Ethik und Politik zu übertragen. Nirgends habe ich hier aber behauptet , mit der reinen Lehre des Neodarwinismus sei das Tier ''Mensch' erschöpfend beschrieben ..."


Schlagworte
Fachbuch




















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