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Teufelsengel
 | Teufelsengel Thriller
von Monika Feth 409 Seiten; 227 mm x 150 mm; ab 13 Jahre 2009 Cbt ISBN 978-3-570-16045-9
| 18.50 EUR (inkl. USt.) | | | Versand- oder abholbereit innerhalb 48 Stunden |
|  | Hauptbeschreibung Göttliche Regeln, teuflische Strafen
Die achtzehnjährige Romy hat ihren Traumjob ergattert: ein Volontariat bei einer Kölner Zeitung. Als die Leiche eines jungen Mannes aus einem See geborgen wird und man wenig später ein völlig abgemagertes totes Mädchen findet, glaubt niemand an einen Zusammenhang mit drei völlig anders gelagerten Mordfällen der vergangenen Monate. Niemand außer Romy – und dem kürzlich nach Köln versetzten Kommissar Bert Melzig …
Psychothriller der Extraklasse: brillant erzählt, atemberaubend spannend, mit dichter Atmosphäre und faszinierenden Figuren.
Romy Berner, gerade achtzehn Jahre alt gewordene Tochter von Aussteigereltern, lebt in einem Szenehaus in der Kölner Südstadt und hat das ergattert, was sie schon immer wollte: ein Volontariat beim "KölnJournal", einer links-alternativen Tageszeitung, deren Chefredakteur viel von der jungen Volontärin hält. Als die Leiche eines jungen Mannes aus einem nahe gelegenen Badesee geborgen wird und man wenig später ein völlig abgemagertes totes Mädchen findet, glaubt aufgrund der unterschiedlichen DNA-Spuren niemand, dass diese Todesfälle mit dem Mord an drei weiteren Personen zusammenhängen, die in jüngster Zeit verübt wurden. Vier verschiedene Kommissare sind mit der Aufklärung der Fälle beauftragt, und Bert Melzig, der erst vor kurzem nach Köln gezogen ist, arbeitet an dem vierten.
Nur eine Person spürt instinktiv, dass es einen Zusammenhang zwischen den vier Todesfällen gibt: Romy. Sie luchst ihrem Chef die Erlaubnis ab, für die Zeitung Nachforschungen anstellen zu dürfe - und kommt einer gefährlichen Bruderschaft auf die Spur...
Langtext Die siebzehnjährige Romy hat ihren Traumjob ergattert: ein Volontariat bei einer Kölner Zeitung. Engagiert stürzt sie sich in die Recherchen und kommt einer mysteriösen Bruderschaft auf die Spur, die Exorzismen an einem jungen Mädchen durchführt. Gemeinsam mit Kommissar Bert Melzig gerät sie bald selbst in Gefahr
Biografische Anmerkung zu den Verfassern Monika Feth wurde 1951 in Hagen geboren, arbeitete nach ihrem literaturwissenschaftlichen Studium zunächst als Journalistin und begann dann, Bücher zu verfassen. Heute lebt sie in der Nähe von Köln, wo sie vielfach ausgezeichnete Bücher für Leser aller Al
Besprechung "Ein Muss für jeden Thriller-Fan." Bonner General-Anzeiger
Textauszug Sie hörte das feine, spitze Geräusch schon, noch bevor es ihre Ohren richtig erreicht hatte, und ihr wurde vor Entsetzen kalt.
Metall traf auf Metall.
Während sie gehetzt nach einem Versteck Ausschau hielt, presste sie die Hände vor den Mund, um sich bloß mit keinem Laut zu verraten. Als wäre das überhaupt noch von Bedeutung.
Wieder wurde ein Schlüssel in ein Schloss gesteckt, näher diesmal und überaus deutlich.
Wie laut ihr Atem in der Stille war! Sie lief ziellos im Zimmer umher, und ihre Angst wuchs mit jedem Schritt. Kein Versteck! Nirgends! Der Schrank, das Bett, die Vorhänge, mehr Möglichkeiten gab es nicht. Vor Anstrengung fing sie an zu keuchen.
Lieber Gott ...
Sie warf sich auf den Boden, kroch unter das Bett und robbte gleich wieder darunter hervor. Zog verzweifelt die Schranktüren auf und machte sie wieder zu. Tränen ließen die Umrisse der Gegenstände vor ihren Augen verschwimmen.
Sie saß in der Falle.
Jetzt konnte sie die Schritte hören. Viele. Und sie waren unterwegs zu ihr.
Langsam wich sie zum Fenster zurück, öffnete es mit bebenden Händen und warf einen Blick in die Tiefe. Ein Schweißtropfen rann an ihrer Wirbelsäule hinunter.
Vor ihrer Tür machten die Schritte Halt.
Mit allerletzter Kraft schwang sie sich auf die Fensterbank, ohne die Klinke aus den Augen zu lassen. Lieber Gott, dachte sie. Gib mir den Mut zu springen ...
Dann hörte sie den Schlüssel im Schloss.
Schmuddelbuch, Montag, 10. November
Gestern wurde aus dem Fühlinger See die Leiche eines zweiundzwanzigjährigen Mannes geborgen. Die Polizei geht von einem Fremdverschulden aus, machte aber, um die Ermittlungen nicht zu gefährden, keine weiteren Angaben. Dies wäre seit Mai bereits das vierte Gewaltverbrechen mit Todesfolge in Köln. Einen Zusammenhang der Todesfälle schließt die Polizei nach dem derzeitigen Kenntnisstand jedoch aus. (Kölner Anzeiger)
"Warum nicht, Greg?"
"Dafür gibt es tausend Gründe, Schätzchen." "Nenn mir drei!"
"Also gut. Erstens: Ich will nicht. Zweitens: Ich will nicht. Drittens: Ich will nicht. Und jetzt lass mich arbeiten." "Das ist nicht fair, Greg!"
Gregory Chaucer stützte die Ellbogen auf den Schreibtisch und vergrub die Finger im Haar. Dann hob er den Kopf und bedachte Romy mit einem milden Blick. "Seit wann, Mädchen, ist das Leben fair?"
"Ich weiß, dass ich recht habe, Greg."
"Das ist ja das Schlimme. Du hast meistens recht."
"Also gibst du mir grünes Licht?"
"Nein!" Gregory Chaucer beugte sich vor und griff nach dem Telefon. "Sonst noch was?"
Er konnte das gut, jemanden, der ihm auf die Nerven fiel, mit beleidigender Beiläufigkeit abservieren, und Romy hatte das schon oft am eigenen Leib zu spüren bekommen. Er guckte einen dann stur über den Rand seiner Lesebrille hinweg an, wobei sich seine Stirn in angestrengte Falten legte, was seinem Gesicht einen gleichermaßen erstaunten wie abwartenden Ausdruck verlieh. Diesmal, hatte Romy sich vorgenommen, würde sie sich davon nicht beeindrucken lassen.
"Und wenn ich dir verspreche, vorsichtig zu sein?"
"Das versprichst du mir doch dauernd."
"Bitte, Greg. Du weißt, dass du dich auf meine Nase verlassen kannst." Sie rührte sich nicht von der Stelle. "Vier Tote in einem halben Jahr, Greg. Du willst mir doch nicht erzählen, dass nichts dahintersteckt?"
"Ich will dir gar nichts erzählen, Romy. Ich will meine Ruhe haben, nichts weiter. Renitente Volontärinnen sind das Letzte, was ich im Augenblick brauche."
"Renitent? Das kränkt mich jetzt aber wirklich, Greg."
Gregory Chaucer stöhnte auf.
"Setz dich, Romy."
Er hatte den Satz noch nicht ausgesprochen, als Romy schon auf dem Stuhl vor seinem Schreibtisch saß und ihn mit großen Augen anschaute.
"Also. Noch einmal. Was hast du vor?"
"Bloß ein bisschen herumstochern, Greg. Vier Tote! Das könnte die Geschichte meines Lebens werden."
"Die Geschichte deines Lebens ..." Gregory Chaucer konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. "Wie alt bist du? Fünfzig?"
Romy beschloss, ihn mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. "Gerade achtzehn geworden. Aber du hast mir immer gesagt, dass man zugreifen muss, wenn man eine Geschichte vor sich hat."
"Wenn."
"Das ist eine Geschichte, Greg. Ich hab das im Gefühl."
Gregory Chaucer hatte Romy schon oft gepredigt, ein Journalist ohne den richtigen Riecher sei keinen Pfifferling wert. Genau da versuchte Romy ihn zu packen.
"Es geht um Mord, Romy, das ist ein verdammt heißes Eisen ."
"... das man schmieden muss, solange es heiß ist ..." "Du hast keine Erfahrung. Nimm wenigstens einen Kollegen mit."
"Es ist meine Geschichte, Greg. Ich will die nicht teilen."
Gregory Chaucer, deutsch-irischer Abstammung, seit dreißig Jahren im Zeitungsgeschäft und seit zehn Jahren Verleger und Chefredakteur des links-alternativen Köln-Journals, hatte vier Tugenden auf sein Banner geschrieben: den richtigen Riecher, Neugier, Biss und eine ordentliche Portion Egoismus. Er selbst hatte sich mit mutigen, kompromisslosen Artikeln an die Spitze geschrieben und verlangte normalerweise auch von anderen, dass sie Zivilcourage und Ehrgeiz zeigten.
"Tut mir leid, Romy. Ich kann dir nicht ..."
Sie stand auf und sah traurig auf ihn hinunter. "Okay, Greg."
"Du wirst es ohne meine Erlaubnis tun", sagte er. "Was?"
"Du weißt genau, was ich meine."
"Du lässt mir ja keine Wahl, Greg."
Er seufzte. "Hau schon ab! Und pass auf dich auf!"
Das brauchte er ihr nicht zweimal zu sagen. Sie warf ihm eine Kusshand zu und war schon aus seinem Büro verschwunden.
Das Alibi war rappelvoll. Romy erkannte das eine oder andere Gesicht, aber sie hatte heute keine Lust, sich zu irgendjemandem an den Tisch zu setzen. Ganz hinten, bei der Garderobe, war noch ein Zweiertisch frei. Romy nahm ihn, obwohl sie es hasste, wenn die Ärmel fremder Mäntel und Jacken ihren Nacken streiften, sobald sie sich bewegte. Zudem war dies die absolut finsterste Ecke in diesem ohnehin sehr düsteren Café.
Aber sie würde halbwegs ungestört nachdenken können. Das gelang ihr in der Redaktion nur selten. Da war ein ständiges Kommen und Gehen, ein Klingeln von Telefonen und ein Summen von Stimmen. Da gab es keine ruhige Nische.
Irgendwann hatte Romy das Alibi für sich entdeckt, ein Bistro, das von einem schwulen Paar geleitet wurde, Giulio und Glen, die beide behaupteten, ihren ursprünglichen Taufnamen zu tragen und nicht auf Wohlklang geschielt zu haben.
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