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Markus Hengstschläger

 

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Drood
Drood
Roman

von Dan Simmons
Übersetzt von Friedrich Mader
975 Seiten; 215 mm x 135 mm
2009 Heyne
ISBN 978-3-453-26598-1

25.70 EUR (inkl. USt.) 
nicht lieferbar

Langtext
Ein Roman wie ein Sog- Dan Simmons zieht uns in die dunklen Abgründe Londons im 19. Jahrhundert und lüftet eines der größten Geheimnisse der Literaturgeschichte

London im Juni 1865: Bei einem dramatischen Eisenbahnunglück finden etliche Menschen den Tod. Unter den Überlebenden ist der bedeutendste Schriftsteller seiner Zeit, Charles Dickens. Doch nach diesem Ereignis ist Dickens nicht mehr derselbe: Wie besessen macht er sich auf die Suche nach einem mysteriösen Mann namens Drood. Aber wer oder was ist Drood wirklich? Und kann es sein, dass Charles Dickens in seinen letzten Lebensjahren zum kaltblütigen Mörder wird?

Mit "Drood" lässt Bestsellerautor Dan Simmons eine der faszinierendsten Epochen der Geschichte lebendig werden: die Zeit des viktorianischen Londons mit seinen gasbeleuchteten Straßen, seinen düsteren Spelunken, seiner Faszination für alles Spirituelle. Dies ist die Zeit von Charles Dickens, der bis heute als einer der größten englischen Schriftsteller überhaupt gilt und uns mit Meisterwerken wie "David Copperfield" oder "Oliver Twist" unvergessliche Lesestunden beschert hat. Aber Dickens hat noch eine andere, dunkle Seite, die zum Vorschein kommt, als er am 9. Juni 1865 ein Eisenbahnunglück nur mit knapper Not überlebt. Seit diesem Tag ist er kaum wiederzuerkennen: Immer öfter taucht er in die Londoner Unterwelt ab, besessen von einem Mann mit dem merkwürdigen Namen Drood. Diesem Mann ist er bei dem Eisenbahnunglück begegnet, und es scheint Dickens, als ob Drood kein gewöhnlicher Mensch ist, sondern der Tod selbst ..

Biografische Anmerkung zu den Verfassern
Dan Simmons wurde 1948 in Illinois geboren. Er schrieb bereits als Kind Erzählungen, die er seinen Mitschülern vorlas. Nach einigen Jahren als Englischlehrer machte er sich 1987 als freier Schriftsteller selbstständig. Mit zahlreichen Romanen hat er sich inzwischen sowohl als Horror- wie auch als Science-Fiction-Autor einen Namen gemacht die Hyperion-Saga ist sein bisher ambitioniertestes und bekanntestes Werk. Simmons lebt und arbeitet in Colorado, am Rande der Rocky Mountains.

Besprechung
"Dan Simmons schreibt wie ein Gott! Ich kann kaum sagen, wie sehr ich ihn beneide." Stephen King

Textauszug
Ich heiße Wilkie Collins, und da ich die Veröffentlichung dieser Aufzeichnungen auf einen Zeitpunkt hinauszuschieben gedenke, der mindestens eineinviertel Jahrhunderte nach meinem Ableben liegt, vermute ich, dass Du meinen Namen nicht kennst. Manche nennen mich zu Recht einen Spieler, und daher wette ich mit Dir, lieber Leser, dass Du kein einziges meiner Bücher und Stücke gelesen, ja noch nicht einmal von ihnen gehört hast. Vielleicht sprechen Briten und Amerikaner in einhundertfünfundzwanzig Jahren auch gar kein Englisch mehr; vielleicht ziehen sie sich an wie Hottentotten, leben in gasbeleuchteten Höhlen, reisen in Ballons umher und verständigen sich mit telegraphierten Gedanken, die weder des gesprochenen noch geschriebenen Wortes bedürfen.
Andererseits verwette ich mein gesamtes, wenngleich nicht unbedingt beträchtliches Vermögen und alle künftigen, gewiss ebenfalls nicht unbedingt beträchtlichen Tantiemen aus meinen Stücken und Romanen darauf, dass Du Dich an den Namen und die Bücher, Stücke und erfundenen Figuren meines Freundes und früheren Kollegen Charles Dickens erinnerst.
Nun, die wahre Geschichte, die ich zu erzählen anhebe, dreht sich um diesen meinen Freund - oder besser den Mann, der einmal mein Freund war - und um den Unfall in Staplehurst, der ihm den Seelenfrieden, die Gesundheit und, wie manche munkeln mögen, den Verstand raubte. Sie dreht sich um Charles Dickens' letzte fünf Lebensjahre, in denen er besessen war von einem Menschen namens Drood - falls er überhaupt ein Mensch war - und von Mord, Tod, Leichen, Grüften, Mesmerismus, Opium, Geistern und natürlich den Straßen und Gassen der schwarzgalligen Eingeweide von London, die Dickens gern als "mein Babylon" oder "der Große Backofen" bezeichnete. In diesem Manuskript (das, wie erwähnt, aus rechtlichen Gründen und auch aus Gründen der Ehre mehr als einhundert Jahre über seinen und meinen Tod hinaus allen neugierigen Blicken entzogen bleiben soll) werde ich eine Frage beantworten, die wohl kein anderer in unserer Zeit zu stellen imstande war: Hat der berühmte, liebenswerte Charles Dickens ein heimtückisches Mordkomplott gegen einen unschuldigen Menschen geschmiedet, mit der Absicht, dessen Leiche in einer Ätzkalkgrube zu zersetzen und die noch verbliebenen Knochen samt dem Schädel insgeheim in der Gruft einer alten Kathedrale verschwinden zu lassen, einer Kathedrale, die der Dichter schon seit seiner Jugend kannte? Und hat Dickens des Weiteren geplant, Brille, Ringe, Anstecknadeln, Manschetten und Taschenuhr des bedauernswerten Opfers in der Themse zu verstreuen?
Und falls dies zutrifft oder Dickens diese Taten auch nur geträumt haben sollte, welche Rolle spielte ein äußerst reales Phantom namens Drood bei diesem Ausbruch von Wahnsinn?
Der Tag, an dem Dickens von seiner Katastrophe ereilt wurde, war der 9. Juni 1865. Die Lokomotive, die seinen Erfolg, seinen Seelenfrieden, sein Manuskript und seine Mätresse transportierte, steuerte buchstäblich auf einen Bruch in den Schienen und damit auf einen schrecklichen Absturz zu.
Ich weiß nicht, geschätzter Leser, ob in Deiner so fernen Welt Geschichte noch erinnert und aufgezeichnet wird (vielleicht hat sich Deine Epoche von Herodot und Thukydides abgekehrt und lebt in einem immerwährenden Jahr Null), doch wenn es in Deiner Zeit noch einen Sinn für Historie gibt, dann können Dir die bedeutenden Ereignisse des Jahres Anno Domini 1865 nicht völlig unbekannt sein. Manche Geschehnisse wie etwa das Ende des Bruderzwists in den Vereinigten Staaten veranlassten viele Menschen in England zu bewegter Anteilnahme, allerdings nicht Charles Dickens. Zwar hatte er die ehemaligen Kolonien besucht und einige - nicht unbedingt schmeichelhafte - Bücher darüber geschrieben sowie in dem dort herrschenden urheberrechtlichen Chaos hart um eine Entschädigung für die illegale Nutzung seiner Werke gerungen. Doch trotz seines großen Interesses an Amerika kümmerte sich Dickens nicht wei


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