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Die Durchschnittsfalle

von

Markus Hengstschläger

 

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Trainieren im Fitness-Studio
Trainieren im Fitness-Studio
Trainings- und Ernährungsgrundlagen

von Andreas Bredenkamp; Michael Hamm
400 Seiten; m. 67 Fotos u. 38 Abb. sowie 21 Tab.; 183 mm x 125 mm
2009 Goldmann
ISBN 978-3-442-17129-3

10.30 EUR (inkl. USt.) 
nicht lieferbar

Langtext
Im Selbstverlag bereits 300.000 verkaufte Exemplare
Trauen Sie sich an Fitnessgeräte»nicht so ran«? Oder trainieren Sie schon lange, ohne dass wirklich »was passiert«? Um kräftiger, ausdauernder und schlanker zu werden, muss man die richtigen Methoden anwenden. Andreas Bredenkamp erklärt, wie man die Übungen richtig auswählt und ausführt, und hilft, sich das ideale Trainingsprogramm für die eigenen Ziele zusammenzustellen.

100 Fotos, zahlreiche Tabellen, Grafiken und Abbildungen.

Biografische Anmerkung zu den Verfassern
Prof. Dr. Michael Hamm ist Ernährungswissenschaftler und Dozent an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Autor zahlreicher Ernährungsratgeber und Berater verschiedener Zeitschriften, u.a. für die Zeitschrift „Fit for fun“. Seine bisherigen Diätratgeber waren Bestseller (u. a. FIT FOR FUN-Diät) und fanden auch in Fachkreisen höchste Anerkennung. Die Arbeitsgebiete des Hamburger Hochschullehrers sind Ernährungsphysiologie, Sportlerernährung und Diätetik.

Besprechung
"Best of (!) Vorbildlich ist nicht nur die verständliche Darstellung auf hohem Niveau, sondern vor allem die Aktualität. Hier wird kein längst veraltetes Wissen zum x-ten Male wiedergekäut." Deutscher Bibliotheksdienst

Textauszug
Um in den Anfängen der Menschheit zu überleben, musste man schnell, stark und gesund sein. Je stärker und schneller jemand war, desto größer seine Überlebenschance. Daran änderte sich über Tausende von Jahren nicht viel. Selbst zu Beginn des 20. Jahrhunderts war körperliche Leistungsfähigkeit noch für einen Großteil der Bevölkerung die Voraussetzung für die Sicherung des Lebensunterhalts. Dabei lag die durchschnittliche tägliche Gehstrecke zwischen 17 und 20 Kilometern. Zum Vergleich: Heute geht der moderne Wohlstandsmensch im Durchschnitt noch ganze 1000 Meter pro Tag.
Legt man eine Gehgeschwindigkeit von fünf bis sechs Kilometer pro Stunde zugrunde, liefen die meisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch täglich drei bis vier Stunden zu Fuß. Selbst wenn man wollte, könnte sich heute kaum jemand einen solchen Luxus leisten. Bewegung bringt uns nicht mehr voran. Während in früheren Zeiten Bewegung die Produktivität steigerte, verliert im heutigen Geschäftsleben jeder, der sich bewegt, kostbare Zeit. Wer heute etwas erreichen möchte, für den ist jeder Schritt zu viel. Die Folge daraus ist ein Bewegungsmangel, der inzwischen so groß geworden ist, dass er allein durch Bewegung nicht mehr kompensiert werden kann.


Zeitoptimiertes Bewegen
Damit möchte ich nicht den Wert eines erholsamen Abendspazierganges in Frage stellen. Im Hinblick auf körperliche Leistungsfähigkeit und Gesundheit ist es immer noch sinnvoller, sich zu bewegen, als den Abend mit einer Tüte Erdnüsse vor dem Fernseher zu verbringen. Doch kann ein Abendspaziergang unseren derzeitigen Bewegungsmangel nicht ausgleichen. Zum besseren Verständnis ein Beispiel:
Ein Postbote fährt sechsmal die Woche fünf Stunden lang die Post mit dem Fahrrad aus. Wenn tägliches Fahrradfahren die Ausdauer stetig verbessern würde, müsste der Postbote irgendwann in der Lage sein, die Tour de France mitzufahren. Das ist er aber nicht. Fazit: Fahrradfahren allein verbessert nicht die Ausdauer.
Der Grund dafür ist, dass der Körper sich innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen an die Belastung gewöhnt. Sobald er das getan hat, kann man 20 Jahre lang sechsmal die Woche fünf Stunden lang Fahrrad fahren, ohne dass das zu einer weiteren Verbesserung der Leistungsfähigkeit führt.
In der Vergangenheit waren Leistungsverbesserungen auch nicht zwingend erforderlich, weil der ganze Tag mit Bewegung ausgefüllt war. Diese alltägliche Bewegung reichte aus. Genau das trifft aber heute nicht mehr zu. Mit unserem heutigen Bewegungsumfang ist die Erhaltung unserer Leistungsfähigkeit auf einem gesunden Niveau nicht mehr möglich.
Der erste entscheidende Einschnitt im Bewegungsverhalten der Menschen erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Jahre 1958 entwickelte sich laut Professor Wildor Hollmann der Herzinfarkt in Deutschland von einem nahezu unbekannten Phänomen zur häufigsten Todesursache. 1958! Die Wirtschaftswunderzeit! Am Ende der Fünfzigerjahre waren die Regale nach den harten Kriegsjahren endlich wieder voll, für den Weg zur Arbeit nahm man nun den Wagen. Zwar wurde durch den technischen Fortschritt das Leben erheblich leichter, aber gesundheitliche Folgen wie der Herzinfarkt stellten die Kehrseite der Medaille des einkehrenden Wohlstandes dar.
Im Jahr 1990 vollzog sich ein weiterer gravierender Einschnitt in das Bewegungsverhalten der Deutschen. Innerhalb eines Jahres explodierte das Körpergewicht, ohne dass im Durchschnitt mehr gegessen wurde. Der Rückschluss liegt nahe, dass durch die Einführung des Computers die Bewegung noch einmal drastisch reduziert wurde. Der entscheidende Unterschied lag allerdings darin, dass man 1958 zumindest 21 Jahre alt sein und über das nötige Kleingeld verfügen musste, um ein Auto fahren zu können, während seit 1990 schon die Jüngsten vor dem Computer hocken.
Seit Menschengedenken spielt sich das Leben zwischen den Polen "Sicherheit" und "Abenteuerlust" ab. Dabei diente die Abenteuerlust der Vorbereitung auf die Jagd. Auch wenn in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kein Europäer mehr auf die Jagd gehen musste, lebten Kinder ihre Abenteuerlust in der Regel noch auf dem Spiel- oder Fußballplatz aus. Heute dagegen setzen Kinder häufig kaum mehr einen Schritt vor die Tür. Sie leben den Spaß am Abenteuer virtuell am Bildschirm aus und bewegen nur noch den Joystick. Für ihre körperliche Widerstands- und Leistungsfähigkeit ist diese Entwicklung eine Katastrophe. Experten warnen bereits jetzt davor, dass die heute Sechsjährigen das erste Mal seit langem die Lebenserwartung ihrer Elterngeneration nicht mehr erreichen werden. Zu glauben, diese Entwicklung sei umkehrbar, ist unrealistisch: Den Kindern Computerspiele zu verbieten, ließe sie den Anschluss verpassen.
Da die Zeit sich nicht zurückdrehen lässt und allein aus zeitlichen Gründen Bewegung allein nicht mehr ausreicht, um den Bewegungsmangel zu kompensieren, gibt es für den Ausgleich unseres heutigen Bewegungsmangels nur eine Lösung: zeitoptimiertes Bewegen.
Im Sinne der Erhaltung und der Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit meint zeitoptimiertes Bewegen vor allem Muskeltraining. Muskeltraining ist längst keine rein sportliche Betätigung mehr. In unserer technisierten Zeit ist es vielmehr unverzichtbarer Bestandteil der Pflege und Erhaltung eines gesunden Körpers.


Muskeltraining ist Körperpflege
Wir haben längst akzeptiert, dass tägliche Zahnpflege für die Gesunderhaltung unserer Zähne unerlässlich ist. Aber auch das war ein langer Lernprozess. Kleinkindern muss das regelmäßige Zähneputzen nach wie vor mühsam anerzogen werden, bis sich daraus eine gesunde Gewohnheit entwickelt.
Dabei sind gesunde Zähne im Vergleich zur Wichtigkeit starker Muskeln geradezu ein Luxus. Schließlich benutzen wir unsere Muskeln schon, bevor wir unsere Milchzähne haben, und wir brauchen unsere Muskeln noch, wenn unsere natürlichen Zähne längst ausgefallen sind. Für Zähne gibt es außerdem entsprechenden Ersatz. Den wird es allerdings für unsere Muskeln wahrscheinlich auch in den kommenden tausend Jahren noch nicht geben.
Leistungsphysiologisch betrachtet sind Muskeln Erfolgsorgane, das heißt, die anderen Organe müssen ihnen zuarbeiten. Umgekehrt bedeutet das, dass alle Belastungen des Muskels das Organsystem vor die Aufgabe stellen, ihre Leistungs- und Widerstandsfähigkeit zu erhöhen, um den Muskel ausreichend zu versorgen bzw. sich selbst auf diese Belastung einzustellen. Ein schönes Beispiel dafür ist die Hornhaut. Durch erhöhte Muskelarbeit in den Armen wird meist auch die Haut an den Händen belastet. Der Körper ist also gefordert, die Belastbarkeit der Hände zu erhöhen, um die Muskelarbeit weiter gewährleisten zu können. Dies geschieht über die Bildung von Hornhaut, die die Hände leistungs- und widerstandsfähiger macht. Wer Büroarbeit verrichtet, dem fehlt diese Widerstandsfähigkeit.
Nun mag es dem ein oder anderen durchaus recht sein, nicht zu viel Hornhaut an den Händen zu haben. Aber dieser Mechanismus funktioniert im Hinblick auf die Widerstandsfähigkeit anderer wichtiger Organe ganz genauso.


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Fachbuch




















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